Fuji X-E1 meets New York

Heute gibts mal wieder einen mehr persönlichen Blog Eintrag.

Wie Ihr ja wisst bin ich Nikon Shooter und ich bin mehr als zufrieden mit meinem Equipement und den Resultaten die ich mit ihm erreichen kann. Allerdings hat dieses Qualitätsmaterial 2 Nachteile für den normalen Hausgebrauch, also für die Fotos zwischendurch oder wenn ich auf Reisen bin. 1. Das Equipment is sehr schwer und groß und 2. hab ich immer Angst es könnte etwas drankommen und dann fehlt mir das Equipment für mein nächstes Shooting !

Vor zwei drei Monaten hab ich mich dann mal schlau gemacht was es so auf dem Markt gibt und habe drei Kamera Modelle in die enge Auswahl genommen. Das waren die Olympus OM-D, die Panasonic GH-3 und die Fuji X-E1. Auf der Photokina habe ich mir dan die drei sehr genau angesehen und danach die Panasonic GH-3 aus der Auswahl herausgenommen, da sie mir zu groß war. Sie hat schon die Größe einer kleinen DSLR und das wollte ich ja vermeiden. Blieben also noch zwei zur Auswahl. Letztendlich hab ich mich dann für die Fuji X-E1 entschieden. Das hatte verschiedene Gründe. In der Bildqualität ist die X-E1 einfach einen Tick besser, das Standard Zoom Objektiv der OM-D war mir zu groß und auch nicht lichtstark genug, und bedingt durch den kleineren Sensor hat die OM-D ein viel größeres Depth of Field und dadurch weniger Bokeh. Das war ein ausschlaggebender Punkt für mich da ich ein Fan von Bokeh bin. Um ein gleiches Ergebnis diesbezüglich zu erreichen muss man mit der OM-D die Festbrennweiten benutzen, das wollte ich aber auf Reisen vermeiden. Zu guter letzt hat mir die die X-E1 dann auch rein optisch einfach besser gefallen.

Ich habe die X-E1 jetzt einige Wochen benutzt und bereits mehr als 1000 Fotos damit gemacht. Letzte Woche war ich auf einem Business Trip in der Nähe von New York. Ich habe mir dann einen freien Tag genommen und bin mit meiner XE-1 mit dem Standard Zoom 18-55 2.8-4 OIS den ganzen Tag durch NYC gelaufen und habe Fotos gemacht. Es war einfach toll mit diesem Leichtgewicht umherzulaufen, keine Schmerzen im Rücken oder den Schultern, keine grosse Tasche oder Rucksack. Was mir auch aufgefallen ist, das es die Leute meist gar nicht interessiert hat wenn ich ein Foto gemacht habe, da die Kamera so klein und unscheinbar ist und gar nicht weiter auffällt. Wenn man dann noch den EVF benutzt sieht es so aus also ob man eine alte Film Kamera nutzt. Das war ganz anders als ich das letzte mal mit meiner D3s und dem 24-70 2.8 durch NYC gelaufen bin.

Alles in allem bin ich mehr als zufrieden, allerdings gibt es auch Punkte die noch zu verbessern sind. Diese sind:

1. Ich fotografiere viel im Blendenmodus. d.h ich gebe die Blende vor und lasse die Kamera die Verschlusszeit und ISO berechnen. Beim nutzen der Auto-ISO Funktion lässt sich allerdings die kleinste Verschlusszeit nicht einstellen, die Kamera berechnet diese selbst, und das ist beim Standardzoom nicht so toll, da die Kamera dann eine Verschlusszeit von 1/30 tel berechnet.

2. Um den Focus Punkt zu verstellen, muss man zuerst die AF Taste drücken. Das wäre ja noch ok, obwohl es eigentlich logischer wäre wenn man einfach nur auf die Select Buttons um den Menu Knopf drücken müsste. Das Problem mit der AF Taste ist, dass sie an der total falschen Stelle sitzt. nämlich links unten. Wenn man die Kamera jetzt vor dem Auge hat und mit der linken Hand die Blende einstellt, muss man diese Haltung aufgeben, die Kamera vom Auge nehmen um den AF Knopf zu erreichen. Das ist extrem unproduktiv und kostet sehr viel Zeit. Mein Vorschlag wäre, wenn man die Funktion der AF Taste und die Funktion der Macro Taste per Menu Einstellung tauschen könnte. Dann könnte man mit dem Daumen der rechten Hand die AF funktion wählen und gleichzeitig den Fokuspunkt verschieben.

3. Das Exposure-Compensation Rad ist viel zu leicht zu verstellen. Es ist mir mehrmals passiert das sich das Rad verstellt hat und ich eine falsche Belichtung hatte.

4. Bei manueller Blenden und Verschlusszeit einstellung hat die Exposure Compensation keinen Einfluss auf den ISO Wert bei Auto-ISO. Man kann drehen wie man will aber es ändert sich nichts. Dies ist allerdings ein eher zu vernachlässigender Punkt, da man ja manuell immer noch die Kontrolle hat. Es würde halt schneller gehen das Exposure Compensation rad zu benutzen, als den ISO Wert manuell zu verstellen.

Das ist eigentlich schon alles, und ich denke, da es ja noch ein neues System ist, und Fuji bekannt dafür ist das sie auf das Feedback ihrer Kunden hören, das einige dieser Punkte sicher in den kommenden Firmware upgrades bereinigt werden.

Trotz dieser kleinen negativ Liste, möchte ich meine X-E1 nicht mehr hergeben. Ich habe jetzt endlich wieder eine Kamera die ich überall mitnehmen kann und sehr gute Bilder machen kann. Ich habe auch das 35 mm f1.4 Objektiv (35mm APS = 50mm FF) und bin von diesem sehr begeistert. Es hält locker mit meinem Nikon 50mm f1.4 mit. Ich werde mir sicher nächstes Jahr noch das 53 mm (85mm) zulegen. Ich bin mir sicher das dieses System eine grosse Zukunft hat. Ich hab mittlerweile sogar schon zwei Arbeitskollegen davon überzeugen können und sie haben sich jetzt auch die X-E1 zugelegt.

Und wenn Fuji dann in 2014 den gleichen Body mit einem Fullframe Sensor und schnellerem Autofocus auf den Markt bringt, werde ich mir ernsthaft Gedanken über meine DSLR Ausrüstung machen.

So genug gequatscht, hier gibts nun Bilder von meinem Besuch im Big Apple. Die ersten acht Bilder sind mit der 35 mm Festbrennweite gemacht, alle anderen mit dem 18-55 Zoom.

Viel Spass beim Ansehen.

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  • Mario Panizza - Servus! Ich habe jetzt auch seit ein paar Tage eineX E1 und sie ist einfach schön…mal sehn wie alls wird !!
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  • Thomas Graf - Hello Maik, danke fuers Kompliment. Alle Bilder sind in JPG mode fotografiert, mit ASTIA Film Simulation. Ich importiere alle Bilder in Lightroom 4. Je nach Bild verbessere ich dann die Grundeinstellungen und wenn es zur Stimmung passt verwende ich Presets die ich mir erstellt habe. Bei der New York Serie habe ich mit zwei Presets gearbeitet, einer bringt einen leichten grünen Ton ins Bild, der andere einen magenta Ton.
    Ich hoffe das Adobe in naher Zukunft auch den XTrans Sensor unterstützt, denn aus den RAW Files ist doch noch einiges mehr rauszuholen als aus einer JPG datei.ReplyCancel

  • Maik - Super Bilder! Und tolle Kamera! Meine X-E1 hab ich jetzt seit gut einer Woche, bin aber noch nicht wirklich zum testen gekommen. Kannst Du ein paar Sätze zu Deinem Workflow insbesondere zur Bildbearbeitung sagen? Welche Einstellungen an der x-E1 hast Du genutzt? Die Bildstimmung gefällt mir ausgesprochen gut! Grüße aus Frankfurt.ReplyCancel

  • Thomas Graf - Hallo Martin,

    mit Punkt 1 meine ich genau was du beschreibst. Ich hab vorhin nochmal getestet, und du hast recht, die Kamera rechnet runter auf max 1/30tel Sekunde. weiter runter gehts erst wenn die max eingestellte Auto-ISO erreicht ist, ich werd das im Text aendern.
    und in Punkt 4 beschreibst du auch genau was ich meine 😉

    Das mit dem Vollformat, da lass ich mich mal ueberraschen. 2014 ist wieder Photokina und da gibts bestimmt einen neuen Kracher 😉ReplyCancel

  • Thomas Graf - Hallo Martin,
    zu 1) ja damit meine ich die Zeitautomatik bei Auto ISO. Ich habs grad noch mal nachgeschaut und du hast recht sie regelt runter auf 1/30tel und geht nur hoeher wenn die maximale ISO erreicht ist. Ich werd das I’m Text aendern.
    zu 4) meinte ich so wie du es beschreibst, ich bin nicht ganz so gut I’m beschreiben ;-).
    und das mit dem Vollformat, the lass ich mich mal ueberraschen. 2014 ist wieder Photokina und the gibts sicher wieder was neues ;-).
    Gruss
    ThomasReplyCancel

  • Martin Hülle - Blog - Hallo Thomas,

    ja, die X-E1 ist wie die X-Pro1 ein feines Teil … hier aber was zu Deinen Kritikpunkten:

    zu 1: Mit Blendenmodus meinst Du dann sicherlich die Zeitautomatik bei gleichzeitiger Nutzung von Auto-ISO. In der Funktion Auto-ISO wendet die Kamera die alte Kehrwertregel an, sprich die längste Verschlusszeit – bevor sie die ISO-Zahl raufsetzt – entspricht der Brennweite des Kleinbildformats. Beim 35er demnach 1/52s. Beim Zoom sollte die Verschlusszeit demnach aber variabel sein und grundsätzlich 1/15s kann ich mir da nicht vorstellen (ich habe das Zoom leider noch nicht …). Ensprechend der Brennweite müssten die Zeiten dort so zwischen 1/27s und etwas über 1/80s liegen. Vielleicht hättest Du eine höhere Auto-ISO Einstellung wählen müssen? Denn wenn die Kamera da an ihre vorgewählte Grenze stößt, nimmt sie natürlich gezwungenermaßen eine längere Zeit. Trotzdem hast Du recht und diese Funktion ist noch optimierungswürdig!

    zu 4: Warum sollte die Belichtungskorrektur bei manueller Einstellung von Zeit und Blende Einfluss nehmen? Auf was? Eine Korrektur machst Du da doch direkt über die Blende oder die Zeit … Oder meinst Du den M-Modus in Verbindung mit Auto-ISO? Da verändert sich bei der Verstellung der Blende oder der Zeit nur der ISO-Wert, solange du im vorgewählten Auto-ISO Bereich bleibst. In diesem Zusammenhang wurde mancherorts ja eine Misomatik diskutiert. Also dass Du bei M ganz beliebig eine Zeit- und Blendenkombination vorwählst und die Kamera bei Auto-ISO dann eine dazu passende Empfindlichkeit wählt, um so eine korrekte Belichtung zu garantieren. Über das Korrekturrad könnte dann eine Korrektur stattfinden, welche den Iso-Wert verändert, aber Zeit und Blende bestehen lässt … Aber das gibt es bei den X-Kameras noch nicht und wäre ja auch keine klassische komplett manuelle Einstellung mehr …

    Vollformat kommt sicherlich sobald noch nicht – erstmal hat Fujifilm doch genug damit zu tun, dass aktuelle System weiter auszubauen 😉ReplyCancel

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